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Goldie Tour


Veranstaltung: Goldie Tour  
Datum:   08.-10.02.2001  
Location:   Various  
Stadt:   Frankfurt, Wuppertal, Mannheim  
DJ's:   Goldie, Mad Vibes aka Highspeed Poet & DJ Draft, Panacea, Jan Sirup, etc.  
MC's:   Santana, Killer Bee etc.  


Review #1 (Fresh!, Frankfurt) von René Bugner

Wir (Oli und Ich) kamen um ca. 23:45h bei Fresh! im o25 an. Wie wir schon erwartet hatten, war das O25 um diese Zeit schon relativ gut gefüllt, da ja niemand geringeres als Goldie, das Metalheadz-Urgestein angekündigt war. Dadurch wurde der Donnerstag zum vorgezogenen Wochenende erklärt und auch der für "Fresh"-Events relativ hohe Eintrittspreis von 30 DM akzeptiert.

DJ Draft war mitten in seinem Set, als wir den Drum´N´Bass-Floor erreichten. Die Leute waren eher noch am chillen und überliessen die Tanzfläche einzelnen Gästen. Wie immer war natürlich auch die Frau am Start, die das Licht im O25 kontrolliert :-) Hab sie bei meinem letzten Review aus dem O25 ganz vergessen gehabt, aber irgendwie gehört sie für uns zu einem Abend bei Fresh dazu, obwohl wir sie gar nicht kennen. Ist nur lustig anzuschauen, wie sie neben den DJ´s steht und lässig alle Knöpfe unter Kontrolle hat. Am besten war der Eindruck bei Storm - Da sah das manchmal so aus, als würde sie gerade auflegen, da sie genauso enthusiastisch das Licht regelte, wie Storm Ihr Set präsentierte. Respect also - ich komme aber gerade leicht vom Thema ab.

DJ Draft wärmte die Crowd solide auf und überliess um kurz nach 1 Uhr seinem Kumpel Highspeed Poet die Regler. Zu dem Zeitpunkt meldete sich dann MC Santana auch zum ersten Mal zum Wort, der ja zur Hard Edged-Posse aus Berlin gehört.

Highspeed Poet spielte diverse Mad Vibes-Dubs, wobei vor allem dieser hymnenartige Tune in Erinnerung geblieben ist, bei dessen Intro auch ständig "Mad Vibes" als Vocal zu hören war. Der Crowd gefiel der Tune auch sehr, was den Rewind zur Folge hatte.

Kurz nach 2 Uhr war das O25 (wie gewohnt) brechend voll, als Goldie hinter den Decks auftauchte. Etwa zur gleichen Zeit war auch ein Kamera-Team am Start, was mit dem grossen Lichtkegel der Kamera den kompletten Raum zeitweise taghell machte. Das mochten nicht unbedingt alle Leute, vor allem die Hitze wurde dadurch nicht gerade erträglicher :-)

Aber nach so 10 Minuten war dann auch die Kamera wieder weg und alles konnte sich auf den Mann mit den Goldzähnen hinter den Decks konzentrieren. Goldie schien sichtlich entspannt und sehr gut gelaunt. Es versprach also ein netter Abend zu werden.

Goldie spielte das Intro und das komplette O25 stand Kopf. Wie nicht anders zu erwarten legte er gleich sehr hart los was mehr oder weniger den ganzen Abend prägte. Die Crowd hatte sichtlich Ihren Spass und die erste halbe Stunde war auch sehr schön von Goldie gemixt.

Er hatte unglaublich viele Dubs am Start, wenn ich ehrlich bin, hatte ich nur ca. 30% der Platten schonmal vorher gehört. Mit den neuen Platten brachte er die Bude natürlich schnell zum Kochen, allerdings muss ich sagen, das Goldie nach und nach schlechter wurde, was das Mixen betrifft. Er brauchte oft mehrere Versuche, bevor er die neue Platte einigermassen sauber reinbrachte bzw. lies die eine Platte dann auslaufen und mixte dann ein Intro ohne Beats rein.

Mir fiel auch auf, das Goldie es selten schaffte zwei Platten so lange zu mixen, das er es bis zum Drop der neuen Platte schaffte. Von daher wurde sein Set mit der Zeit ziemlich anstrengend, da immer sehr viel Zeit zwischen den "Drops" verging. Die Stimmung wurde dadurch nicht wesentlich schlechte, da er wirklich sehr coole neue Platten am Start hatte.

Am heftigsten wurde IMO zu "up all night" von John B gefeiert. Oldskool-Melodie mit Vocal (in etwa: "hold me tight - don´t ever let me go - up all night - i would ??? for you") im Intro: Der Track ist ja einer der 5 anstehenden Metalheadz-Releases, die dieses Jahr noch folgen sollen. Allerdings stehen da immer noch keinen Release-Dates fest, so das immer noch Warten angesagt ist.

Auch das alt bekannte "Messiah" von Konflict wurde heftigst zurückgedreht, aber insgesamt waren es meiner Meinung nach doch ein paar zuviele Rewinds an diesem Abend. Da Goldie ausserdem die Platten immer sehr lang liefen liess, kam es dadurch doch zu sehr vielen "Pausen" und es wurde etwas zäh. Im Verlauf seines Sets (ca. 2 Stunden) hat Goldie dadurch auch kaum mehr als 25 Platten gespielt.

Generell war ich enttäuscht davon, das Goldie eher schwach mixte, aber, wie gesagt, machten seine Platten doch dieses Manko ziemlich gut wett. Goldie selbst hatte jedenfalls seinen Spass und freute sich sehr über die Publikumsreaktionen. Er hüpfte die ganze Zeit hinter den Decks hin und her und stand kaum still - oder er erzählte mit MC Santana, der Goldie den kompletten Abend solide begleitete. Nicht unbedingt herausragend, aber er konnte das Publikum doch gut animieren und hatte auch viel Spass an diesem Abend.

Wir verliessen um ca. 4:15h das O25, welches noch ganz gut gefüllt war, als Goldie seine letzten Tracks präsentierte.
Im Endeffekt war es ein angenehmer Abend - nur die Arbeit am nächsten Morgen war ein wenig nervig :-)


Review #2 (Lagerhaus, Mannheim) von Simon Kadlek

Goldie zu hören und zu sehen versprach eine interessante Sache zu sein - vor allem in Kombination mit Position Chrome's Panacea. Also war der Entschluss schnell gefasst Samstags ins Lagerhaus nach Mannheim zu fahren.

Als wir um 23.00 h ankamen war das Lagerhaus noch kaum gefüllt. Sollte etwa der Name Goldie nicht die Massen anziehen?

Jan Sirup legte bis 0.30 h auf und wurde dann von Panacea abgelöst, der ja in Deutschland, verglichen mit seinen vielen internationalen Auftritten, kaum zu hören ist. Dann begann Panacea mit seiner "Show": Er spielte einen sehr harten Style wobei ich mir sagen ließ, dass sein Set noch recht harmlos war. Er legte natürlich viel seiner eigenen Releases auf, aber auch viele Bad Company Tracks und auch Snipers "Dubplate Pressure".

Dass Panacea dazu noch die Lautstärke aufs unerträglich hochfuhr, war überflüssig. Auch die Rhymes von MC Killerbee waren teilweise einfach zu laut. Was man allerdings bei vielen UK-DJs vermisste tat Panacea umso heftiger: nämlich Abgehen hinter den 1210ern und so auch das Publikum mitzureissen und zu zeigen dass man Spaß an der Sache hat.

Über einen ans Mischpult angeschlossenen Sampler spielte er hammerhart verzerrte "Pa-Pa-Panaceaaaaaahhh"-Samples ein. Cool. Die Lightshow war o.k. bis zu krass: 3 Riesenfette Strobos in Verbindung mit der super lauten Musik und Nebel ohne Ende brachten mir die Gedanken, wann hier die ersten epileptische Anfälle bekämen.

Goldie fing um kurz nach 02.00 h an. Unterstützt wurde er von MC Santana. Die obligatorische, fette Gold-Kette hatte er natürlich um den Hals. Dass die Mixkünste von Goldie sich in Grenzen halten ist ja bekannt. Grobe Schnitzer hat er sich wenig geleistet. Aber er hat massig noch unbekannte Dubplates ausgepackt. Sehr phate Teile dabei.

Der Style von MC Santana gefiel mir persönlich nicht gut. Zu wenig Rhymes. Dafür umso mehr Schreie a la "da Goldie!!!", "yyeeeessss", und so. Lustig war, Goldie und MC Santana nebeneinander agieren zu sehen. Würde man die 2 nicht kennen, könnte man denken sie wären Brüder. Ihr Aussehen ist doch sehr ähnlich.

Das Publikum unterschied sich erwartungsgemäß etwas von den reinen "Underground"-Jungleparties: mehr ältere und "normale" Zuhörer.
Alles in allem ein interessanter Abend mit einem abwechslungsreichem Programm.
23.11.2017, 02:34 h | 6 Junglists online