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Cityreport - Thüringen, Oktober 2006


Seit dem letzten Thüringen Cityreport Anfang 2005 hat sich einiges getan. Das wilde Treiben rund um Drumandbass scheint auch in diesem Jahr in Thüringen ungebrochen zu sein. Neben den etablierten Crews wie Flex-EF, Bionic und Broken Harmony mischen immer mehr auch die "Underdogs" und die zahlreichen neuen Akteure das Tanzfeld rund um die 175bpm auf. Couragierte Possen wie beispielsweise die Destroyal-Crew aus Erfurt und die e.BASSlovaz aus Jena ernten langsam die Früchte aus ihren regelmäßigen Veranstaltungsreihen und präsentieren dabei ihre ganz eigenen Styles.

Drumandbass ist mit all seinen Facetten mittlerweile nicht nur eine Großstadt-Erscheinung, sondern, wie es die vielen anderen Crews zeigen, über ganz Thüringen verstreut. Das subkulturelle Engagement der Teams umfasst dabei professionelles DJing, kreatives MCing, beherztes Producing, augenbetäubendes VJing, innovatives Flyerdesign und natürlich intensives Networking. Die Szene wächst stetig und ein Ende der rapiden Entwicklung ist nicht absehbar. Aber lest selbst was die Crews im Einzelnen über sich zu berichten haben.

Flex – EF (Erfurt)

Die Erfurter Jungs gibt es seit 1999 in dieser Formation. Neben den Drum and Bass DJs Cat und Aloo gehören noch einige BrokenBeatz und Techno DJs dazu.

Diese Crew organisiert im Erfurter Centrum einen monatlichen Clubabend und aller paar Monate größere Events namens "Elementz" zu welchen sie bereits Gäste wie A-Sides, JB & Spice, Dillinja oder Total Science einluden.

DJ Cat ist das Thüringer Urgestein und sorgte mit dem "Pure Recordstore" schon recht früh für die Verbreitung vinylener Tonträger in dieser Region. Desweiteren war er für die Organisation und Beschallung der ersten lokalen D&B Events verantwortlich und stemmte somit eine ganze Menge Pionierarbeit. Auf Radio F.R.E.I. gestalten sie zusammen ihre FreshFiles Sendung.

www.flex-ef.de


Bionic-Crew (Jena)

Nachdem schon lange Zeit gemeinsam die Drum and Bass Abende in der Muna, einem der schönsten Clubs Deutschlands organisiert wurden, beschlossen Apo 33 und Real mehr zu tun als lediglich gemeinsam auf zu legen. Die Bionic-Crew wurde gegründet.

Die Drum and Bass Abende auf der Muna hießen von nun an Bionicsessions und entwickelten sich schnell zu einer Institution im hiesigem Teil der Republik. Ein Großteil der deutschen D&B-Prominenz und Semi-Prominenz war zu jenen Bionicsessions zu Gast unter anderm die Phoneheads, Bassface Sascha, Miguel Ayala, X-Plorer, Jeff Smart, Basswerk-Crew, MR Twister, MC Ronin, MC Glacius und die NME-Click. Neben den Bionicsessions auf der Muna gab es ab dem Sommer 2000 auch im Jenaer-Saalbahnhof, der Erfurter Kantine und in Gera D&B Abende mit der Bionic-Crew. Die Jungs fingen an in verschieden Clubs der Republik aufzulegen.

Höhepunkt der Muna-Abende war sicherlich der Abend mit Shy-FX welcher zugleich der vorletzte Abend seiner Art war.
Mit dem Jenaer Kassablanca wurden jedoch schnell weitaus optimalere Bedingungen für das Fortführen der Bionicsessions gefunden. Dieser monatliche Clubabend welcher unter dem Motto "Ueberschall" steht wird seitdem von Real organisiert und hat sich mittlerweile zu einem der renommiertesten Clubabende der Republik gemausert.

Nationale und internationale Gäste wie Storm, Blame, Aphrodite, Kabuki, Bassface Sascha, Sebel, Marcus Intalex, Doc Scott, Aquasky, Metro, Chopper, Racoon, etc. hatten genauso wie das Publikum eine Menge Spaß. Im fünften Bestehungsjahr erweiterte sich die Crew und neben den alten Hasen Real und Apo 33 gehörten fortan MC Amon und der Beatboxer Mischer der Crew als feste musikalische Bestandteile an. Darüber hinaus kümmert sich Atek um das optische Erscheinungsbild und Sonic verwaltet die Webseite.

www.bionicsession.de


Broken Harmony (Weimar)

... existiert seit dem Jahreswechsel 2000 / 2001, gehört damit zu den dienstältesten Crews in Thüringen und hat sich erst im Laufe der Zeit zu seiner momentanen Konstellation formiert. Die Gründung vollzog sich auf Initiative der DJ-Teams Standent Elise und Minuspol.

Broken Harmony vereint inzwischen nicht nur DJs sondern auch Producer, VJs & Grafiker und Szenografen. Das ermöglicht nicht nur die Durchführung eigener Events aus einer Hand bei denen alle Mitglieder ihre Skills beisteuern, sondern auch eine perfekte Fusion aller ihrer Elemente. Die Vielfältigkeit elektronischer Musik ist der Grundbaustein für die Existenz von Broken Harmony und neben der Organisation verschiedener Events, engagieren wir uns auch für die Förderung von talentiertem Nachwuchs.

In den vergangenen Jahren gestalteten wir diverse Events und Event-Reihen wie z. Bsp. "Frischluft", Kulturcafé", "Breathless" oder das gemeinsam mit der Jenaer Bionic-Crew durchgeführete, legendäre DJ-Battle-Event "Bionic versus BHC".

Außerdem gestaltete Broken Harmony 2006 zum dritten Mal in Folge das Breaks'n'Drums-Zelt auf dem "SonneMondSterne-Festival" und das gemeinsam mit dem Klock11 organisierte Event "OpenBassCourt".

Weiterhin spielten die einzelnen Künstler in den vergangenen Jahren zahlreiche Gigs quer durch die ganze Republik, wie zum Beispiel in Berlin, Mannheim, Stuttgart, Leipzig, Chemnitz, Saarbrücken, Dresden, Frakfurt, Halle, Magdeburg, Jena, Gera, Erfurt ...

Broken Harmony Events:
Breathless-Eventreihe (OGS-Club Jena 2003 - 2005) - ab 2006 in div. Locations
Futurelogic-Eventreihe, jedes Jahr zu Silvester in verschiedenen Weimarer Locations
Kulturcafe-Eventreihe (2001 - 2004 im Reithaus Weimar)
OpenBassCourt Klock11 Weimar (seit 2005 in Zusammenarbeit mit Klock 11)
Drum&Bass-Zelt @ SMS-Festival 2004 / 2005 / 2006
Bionic versus Broken Harmony (seit 2004 im Kassablanca Jena)

www.broken-harmony.net


e.BASSlovaz (Jena)

2006 ist mit Sicherheit das Jahr der electronic BASSlovaz. Neben zahlreichen Events im Party-Geschehen Thüringens, u.a. im Erfurter "Centrum" oder dem "Kassablanca" in Jena geht das Sound-Kollektiv um 12 Inch Kid, Goldee, Da Jatta und Sängerin MlŠA ins 4.Jahr ihrer e.BASSlovaz-Reihe im Rosenkeller Jena.

In ihrem Basement geben sie monatlich gemeinsam mit erfahrenen Gast-DJs aus Erfurt, Leipzig, Berlin oder Dresden der Partycrowd ihre Interpretation von Drum n Bass auf die Ohren.

Partys wie "Funkmachine", "Voodooboost", "We have Explosive", "„Sweet Rhythms", "Dub Exposure", "Roll da Night", u.v.a. zeigen die verschiedenen Gesichter und Charaktere des Drum n Bass auf. Hierbei soll jeweils die bestimmte musikalische Stilrichtung im Vordergrund stehen. Von funky, verdubbt, technoid, deep atmospherisch, freaky raw oder jumpy wird der Vibe in straight rockige Sets verpackt, um der Crowd den nötigen Impuls auf dem Floor zu geben.

Treu begleitet werden die e.BASSlovaz-Sessions von einem extra Reggae-Floor, auf dem die Jungs von Palmbeatsinternational zu animieren wissen.
Desweiteren sei noch gesagt, dass die Liebe zur 130bpm-Electronic so groß und nicht zu verbergen war, so dass eine Nu Breakz-Reihe ins Leben gerufen wurde. Die Sessions erfreuen sich, wie alle e.BASSlovaz-Nights, sehr großer Beliebtheit und hinterlassen bei den Besuchern bleibende Eindrücke.


Destroyal Crew (Erfurt)

Destroyal wurde 2003 gegründet und besteht aus den DJs: Jenik, Skyline, Klump und dem Producer/Liveact /Organisator Destroyal. Die Crew hat sich in den letzten Jahren in Erfurt etablieren können. In ihrem Club, dem "Exxit", feiern die Jungs regelmäßig ihre Sessions, bei denen lokale DJs , wie auch "größere" Acts ( Panacea, Giana Brotherz, Rawtekk etc.) ihr Stelldichein geben. Bei diesen Underground-Partys, in der atmosphärisch angepassten Location, reagiert das gut erzogene Publikum mit enthusiastischen Schreiausbrüchen und stundenlangem Durchtanzen.

Bei ihren Auftritten lassen sich die Jungs seit Beginn visuell von der Queps Visual Art Group unterstützen, welche die Musik mit bewegten Bildern untermalen und so der Party den letzten Schliff verleihen. Stilmäßig ist alles vertreten was Spaß macht. Von liquidem und smootherem Dnb bei Skyline, über massenpushende Styles bei Jenik, bis hin zu Neuro-Funk und dunkleren Beatz bei Klump, ist für jeden der richtige Tune dabei.

Der Stil Destroyals lässt sich schwer in eine Richtung kategorisieren. Zu viele Einflüsse prägen seinen Sound, der mal basslastig und finster, kalt und computerisiert, von elektronisch bis trancig verschiedenste Spielarten zu (be-)nutzen weiß. Seine Vielseitigkeit, stellt er ebenso mit seinem Elektroprojekt "20degrees" unter Beweis, bei dem er und Sängerin Pia, auf dem Label Feinschliff-Musique zu hören sind.

Grundsätzlich entwickelt jeder in der Crew seinen Style konsequent weiter. Man hat sein Ziel vor Augen, und diese Gemeinsamkeit vereint die jungen Künstler auf ihrem ständigen Weg zur Selbstverwirklichung. Geliebt und gehasst.. Sicher ist, dass es noch einiges von dieser Crew zu hören gibt, die in sehr kurzer Zeit, schnell von sich reden machte.

www.destroyal-crew.de


Tieftonkombinat / Hoerschaden (Nordhausen)

Das Tieftonkombinat ist seit 1999/2000 am Start und besteht aus den DJs Jerome und Seroc (DnB) bzw. Frolic und Doc Jahbon (Ragga&Dancehall). Ihre Partys sind meist in wechselnden Locations in Nordhausen und einmal im Jahr organisiert die Crew ein kleines Festival (stonebridge).

Dadurch dass sowohl Jerome als auch Seroc in Ilmenau studieren/studiert haben, hat sich die Tieftonkombinat-Geschichte gelegt und konzentrieren sich seit knapp 4 Jahren auf hoerschaden.de. Zusammen mit Rainer W (Techno-DJ und Begründer des Labels DPIR) entstand der Gedanke ein Internetradio zu starten. Das haben sie dann auch jede Woche am Donnerstag gemacht und nachdem ihre Bude jedesmal rappelvoll war, sind sie einfach durch Ilmenau damit getingelt. Vorraussetzung war ein Rechner mit DSL-Zugang (was in Ilmenau jeder hatte). Player und Mischpult haben sie selbst mitgebracht. Das ganze funktioniert wunderbar (meist noch mit Gast-DJ) und hat dann auch größere Ausmaße angenommen, wie diverse Partys in den Barracken oder im C-Club in Ilmenau, regelmäßige Veranstaltungen in der Zentrale , das hoerschaden-camp im letzten Jahr (legendäre Abrissparty) oder der 1 Woche- Partymarathon in der Fischerhütte zeigen. Videotechnisch werden sie meist durch die Jungs von reply2all unterstützt.

www.hoerschaden.de


Bassrausch

Die Bassrausch Crew ist eine Formation, die sich zum Ziel gesetzt hat den Leuten die verschiedenen Facetten des Drum and Bass näher zu bringen und dafür zu begeistern. Bestehend aus 6 DJs, die sich unterschiedlichen Stilen des Drum and Bass verschrieben haben, eint sie alle die Liebe zum Drum and Bass beziehungsweise Breakbeat im Allgemeinen.

Bassrausch war ursprünglich eine Partyreihe aus der der Gedanke hervorgegangen ist, diese Musikrichtung nicht nur lokal bekannter zu machen und für etwas Abwechslung in der Partylandschaft zu sorgen. Obwohl der Jump Up, Jungle sowie Techstep in den DJ-Sets überwiegen, sind die Stile der DJs so verschieden wie auch der Drum and Bass vielfältig ist.

Mitglieder :
Matze: Organisation, Webmaster (Ilmenau)
Trauma TKR: DJ seit 1998, Grafik / Webmaster, Style: Techstep / Liquid (Jena)
Bassdard: DJ seit 1998, Style: Jump up / Jungle / Ragga Jungle (Bad Blankenburg)
Boogy: DJ seit 2003, Style: Jump up / Jungle (Potsdam)
Fjustank: DJ seit 2002, Style: Jump up / Hardstep (Bad Blankenburg)
Camillo: DJ seit 2002, Style : Hardstep / Liquid (Bad Blankenburg)
Lucky Soundbwoy: DJ seit 1997, Style: Jump up / Jungle / Breakz / Grime & Dubstep (Saalfeld)

www.bassrausch.com


PULL:180 (Hermsdorf)

hOsHiSuN aka pull:oVer und soulrever aka pull:under machten im Zuge ihrer Partyjourneys, viele Bekanntschaften mit DJs, Veranstaltern sowie der Crowd. Beeindruckt von der Szene und der Musik, wandten sich die beiden Hermsdorfer im Herbst 2004 dem Auflegen zu. Etwa ein Jahr dauerte es, bis sie ihre eigene Crew gründeten und sich mit in die Riege der Thüringer DJ-Teams einreihen konnten.

Kurz darauf holten sie sich Verstärkung aus Weimar in Form eines jungen Künstlers Ridley Scott, welcher das Duo mit seinen vielseitigen Talenten tatkräftig unterstützt. Die drei Jungs ergänzen sich nicht nur in ihren Drum'n'Bass-Styles, sondern teilen sich ebenfalls ihre Aufgaben bezüglich der Organisation.

In folgenden Locations konnte sich Pull:180 an den Plattentellern beweisen: Centrum; Kunsthausbar, Predigerkeller, Radio F.R.E.I. (Erfurt), Stellwerk, Kasseturm, Monami (Weimar), Julifest (Endschütz), Magoon Club (Hermsdorf), uvm.

www.pull180.de


Illegal Frequency (Bad Berka)

Natty Dread und Vries, zwei Freaks aus dem verschlafenen und beschaulichen Örtchen Bad Berka, deren Anfänge eher in der Electro & Techno Szene lagen, ehe sie sich zum D&B bewegen ließen.

Sie beschäftigen sich nicht nur mit dem Auflegen, denn sie haben auch in der Producer-Szene ein Wörtchen mitzureden. Wo sie nicht nur D&B sondern auch Elektro und Techno produzieren. Mit ihren eher härteren Sounds haben sie sich einen eigenen Style angelegt, der immer mehr die Geschmäcker anderer zu sich zieht.

MC Azimut, DJ Gruffness, Serious und Desire zählen ebenfalls zu Mitgliedern der Illegal Frequency Kru.

www.ifk.xws4u.de



Regionales Internetforum Trommelbass

Weitere Infos über Drumandbass in Thüringen und Partytermine findet man im Trommelbass Forum.

www.trommelbass.de


Text: Morris aka Da Jatta (Oktober 2006)

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20.11.2017, 14:37 h | 7 Junglists online