Seit
dem letzten Thüringen Cityreport
Anfang 2005 hat sich einiges getan. Das wilde Treiben rund um Drumandbass scheint
auch in diesem Jahr in Thüringen ungebrochen zu sein. Neben den etablierten
Crews wie Flex-EF, Bionic und Broken Harmony mischen immer mehr auch die "Underdogs"
und die zahlreichen neuen Akteure das Tanzfeld rund um die 175bpm auf. Couragierte
Possen wie beispielsweise die Destroyal-Crew aus Erfurt und die e.BASSlovaz aus
Jena ernten langsam die Früchte aus ihren regelmäßigen Veranstaltungsreihen
und präsentieren dabei ihre ganz eigenen Styles.
Drumandbass ist mit all seinen Facetten mittlerweile nicht nur eine Großstadt-Erscheinung,
sondern, wie es die vielen anderen Crews zeigen, über ganz Thüringen
verstreut. Das subkulturelle Engagement der Teams umfasst dabei professionelles
DJing, kreatives MCing, beherztes Producing, augenbetäubendes VJing, innovatives
Flyerdesign und natürlich intensives Networking. Die Szene wächst stetig
und ein Ende der rapiden Entwicklung ist nicht absehbar. Aber lest selbst was
die Crews im Einzelnen über sich zu berichten haben.
Flex – EF (Erfurt)
Die Erfurter Jungs gibt es seit 1999 in dieser Formation. Neben den Drum and Bass
DJs Cat und Aloo gehören noch einige BrokenBeatz und Techno DJs dazu.
Diese Crew organisiert im Erfurter Centrum einen monatlichen Clubabend und aller
paar Monate größere Events namens "Elementz" zu welchen sie
bereits Gäste wie A-Sides, JB & Spice, Dillinja oder Total Science einluden.
DJ Cat ist das Thüringer Urgestein und sorgte mit dem "Pure Recordstore"
schon recht früh für die Verbreitung vinylener Tonträger in dieser
Region. Desweiteren war er für die Organisation und Beschallung der ersten
lokalen D&B Events verantwortlich und stemmte somit eine ganze Menge Pionierarbeit.
Auf Radio F.R.E.I. gestalten sie zusammen ihre FreshFiles Sendung.
Nachdem schon lange Zeit gemeinsam die Drum and Bass Abende in der Muna, einem
der schönsten Clubs Deutschlands organisiert wurden, beschlossen Apo 33 und
Real mehr zu tun als lediglich gemeinsam auf zu legen. Die Bionic-Crew wurde gegründet.
Die Drum and Bass Abende auf der Muna hießen von nun an Bionicsessions und
entwickelten sich schnell zu einer Institution im hiesigem Teil der Republik.
Ein Großteil der deutschen D&B-Prominenz und Semi-Prominenz war zu jenen
Bionicsessions zu Gast unter anderm die Phoneheads, Bassface Sascha, Miguel Ayala,
X-Plorer, Jeff Smart, Basswerk-Crew, MR Twister, MC Ronin, MC Glacius und die
NME-Click. Neben den Bionicsessions auf der Muna gab es ab dem Sommer 2000 auch
im Jenaer-Saalbahnhof, der Erfurter Kantine und in Gera D&B Abende mit der
Bionic-Crew. Die Jungs fingen an in verschieden Clubs der Republik aufzulegen.
Höhepunkt der Muna-Abende war sicherlich der Abend mit Shy-FX welcher zugleich
der vorletzte Abend seiner Art war.
Mit dem Jenaer Kassablanca wurden jedoch schnell weitaus optimalere Bedingungen
für das Fortführen der Bionicsessions gefunden. Dieser monatliche Clubabend
welcher unter dem Motto "Ueberschall" steht wird seitdem von Real organisiert
und hat sich mittlerweile zu einem der renommiertesten Clubabende der Republik
gemausert.
Nationale und internationale Gäste wie Storm, Blame, Aphrodite, Kabuki, Bassface
Sascha, Sebel, Marcus Intalex, Doc Scott, Aquasky, Metro, Chopper, Racoon, etc.
hatten genauso wie das Publikum eine Menge Spaß. Im fünften Bestehungsjahr
erweiterte sich die Crew und neben den alten Hasen Real und Apo 33 gehörten
fortan MC Amon und der Beatboxer Mischer der Crew als feste musikalische Bestandteile
an. Darüber hinaus kümmert sich Atek um das optische Erscheinungsbild
und Sonic verwaltet die Webseite.
... existiert seit dem Jahreswechsel 2000 / 2001, gehört damit zu den dienstältesten
Crews in Thüringen und hat sich erst im Laufe der Zeit zu seiner momentanen
Konstellation formiert. Die Gründung vollzog sich auf Initiative der DJ-Teams
Standent Elise und Minuspol.
Broken Harmony vereint inzwischen nicht nur DJs sondern auch Producer, VJs &
Grafiker und Szenografen. Das ermöglicht nicht nur die Durchführung
eigener Events aus einer Hand bei denen alle Mitglieder ihre Skills beisteuern,
sondern auch eine perfekte Fusion aller ihrer Elemente. Die Vielfältigkeit
elektronischer Musik ist der Grundbaustein für die Existenz von Broken Harmony
und neben der Organisation verschiedener Events, engagieren wir uns auch für
die Förderung von talentiertem Nachwuchs.
In den vergangenen Jahren gestalteten wir diverse Events und Event-Reihen wie
z. Bsp. "Frischluft", Kulturcafé", "Breathless"
oder das gemeinsam mit der Jenaer Bionic-Crew durchgeführete, legendäre
DJ-Battle-Event "Bionic versus BHC".
Außerdem gestaltete Broken Harmony 2006 zum dritten Mal in Folge das Breaks'n'Drums-Zelt
auf dem "SonneMondSterne-Festival" und das gemeinsam mit dem Klock11
organisierte Event "OpenBassCourt".
Weiterhin spielten die einzelnen Künstler in den vergangenen Jahren zahlreiche
Gigs quer durch die ganze Republik, wie zum Beispiel in Berlin, Mannheim, Stuttgart,
Leipzig, Chemnitz, Saarbrücken, Dresden, Frakfurt, Halle, Magdeburg, Jena,
Gera, Erfurt ...
Broken Harmony Events:
Breathless-Eventreihe (OGS-Club Jena 2003 - 2005) - ab 2006 in div. Locations
Futurelogic-Eventreihe, jedes Jahr zu Silvester in verschiedenen Weimarer Locations
Kulturcafe-Eventreihe (2001 - 2004 im Reithaus Weimar)
OpenBassCourt Klock11 Weimar (seit 2005 in Zusammenarbeit mit Klock 11)
Drum&Bass-Zelt @ SMS-Festival 2004 / 2005 / 2006
Bionic versus Broken Harmony (seit 2004 im Kassablanca Jena)
2006 ist mit Sicherheit das Jahr der electronic BASSlovaz. Neben zahlreichen Events
im Party-Geschehen Thüringens, u.a. im Erfurter "Centrum" oder
dem "Kassablanca" in Jena geht das Sound-Kollektiv um 12 Inch Kid, Goldee,
Da Jatta und Sängerin MlŠA ins 4.Jahr ihrer e.BASSlovaz-Reihe im Rosenkeller
Jena.
In ihrem Basement geben sie monatlich gemeinsam mit erfahrenen Gast-DJs aus Erfurt,
Leipzig, Berlin oder Dresden der Partycrowd ihre Interpretation von Drum n Bass
auf die Ohren.
Partys wie "Funkmachine", "Voodooboost", "We have Explosive",
"„Sweet Rhythms", "Dub Exposure", "Roll da Night",
u.v.a. zeigen die verschiedenen Gesichter und Charaktere des Drum n Bass auf.
Hierbei soll jeweils die bestimmte musikalische Stilrichtung im Vordergrund stehen.
Von funky, verdubbt, technoid, deep atmospherisch, freaky raw oder jumpy wird
der Vibe in straight rockige Sets verpackt, um der Crowd den nötigen Impuls
auf dem Floor zu geben.
Treu begleitet werden die e.BASSlovaz-Sessions von einem extra Reggae-Floor, auf
dem die Jungs von Palmbeatsinternational zu animieren wissen.
Desweiteren sei noch gesagt, dass die Liebe zur 130bpm-Electronic so groß
und nicht zu verbergen war, so dass eine Nu Breakz-Reihe ins Leben gerufen wurde.
Die Sessions erfreuen sich, wie alle e.BASSlovaz-Nights, sehr großer Beliebtheit
und hinterlassen bei den Besuchern bleibende Eindrücke.
Destroyal Crew (Erfurt)
Destroyal wurde 2003 gegründet und besteht aus den DJs: Jenik, Skyline, Klump
und dem Producer/Liveact /Organisator Destroyal. Die Crew hat sich in den letzten
Jahren in Erfurt etablieren können. In ihrem Club, dem "Exxit",
feiern die Jungs regelmäßig ihre Sessions, bei denen lokale DJs , wie
auch "größere" Acts ( Panacea, Giana Brotherz, Rawtekk etc.)
ihr Stelldichein geben. Bei diesen Underground-Partys, in der atmosphärisch
angepassten Location, reagiert das gut erzogene Publikum mit enthusiastischen
Schreiausbrüchen und stundenlangem Durchtanzen.
Bei ihren Auftritten lassen sich die Jungs seit Beginn visuell von der Queps Visual
Art Group unterstützen, welche die Musik mit bewegten Bildern untermalen
und so der Party den letzten Schliff verleihen. Stilmäßig ist alles
vertreten was Spaß macht. Von liquidem und smootherem Dnb bei Skyline, über
massenpushende Styles bei Jenik, bis hin zu Neuro-Funk und dunkleren Beatz bei
Klump, ist für jeden der richtige Tune dabei.
Der Stil Destroyals lässt sich schwer in eine Richtung kategorisieren. Zu
viele Einflüsse prägen seinen Sound, der mal basslastig und finster,
kalt und computerisiert, von elektronisch bis trancig verschiedenste Spielarten
zu (be-)nutzen weiß. Seine Vielseitigkeit, stellt er ebenso mit seinem Elektroprojekt
"20degrees" unter Beweis, bei dem er und Sängerin Pia, auf dem
Label Feinschliff-Musique zu hören sind.
Grundsätzlich entwickelt jeder in der Crew seinen Style konsequent weiter.
Man hat sein Ziel vor Augen, und diese Gemeinsamkeit vereint die jungen Künstler
auf ihrem ständigen Weg zur Selbstverwirklichung. Geliebt und gehasst.. Sicher
ist, dass es noch einiges von dieser Crew zu hören gibt, die in sehr kurzer
Zeit, schnell von sich reden machte.
Das Tieftonkombinat ist seit 1999/2000 am Start und besteht aus den DJs Jerome
und Seroc (DnB) bzw. Frolic und Doc Jahbon (Ragga&Dancehall). Ihre Partys
sind meist in wechselnden Locations in Nordhausen und einmal im Jahr organisiert
die Crew ein kleines Festival (stonebridge).
Dadurch dass sowohl Jerome als auch Seroc in Ilmenau studieren/studiert haben,
hat sich die Tieftonkombinat-Geschichte gelegt und konzentrieren sich seit knapp
4 Jahren auf hoerschaden.de. Zusammen mit Rainer W (Techno-DJ und Begründer
des Labels DPIR) entstand der Gedanke ein Internetradio zu starten. Das haben
sie dann auch jede Woche am Donnerstag gemacht und nachdem ihre Bude jedesmal
rappelvoll war, sind sie einfach durch Ilmenau damit getingelt. Vorraussetzung
war ein Rechner mit DSL-Zugang (was in Ilmenau jeder hatte). Player und Mischpult
haben sie selbst mitgebracht. Das ganze funktioniert wunderbar (meist noch mit
Gast-DJ) und hat dann auch größere Ausmaße angenommen, wie diverse
Partys in den Barracken oder im C-Club in Ilmenau, regelmäßige Veranstaltungen
in der Zentrale , das hoerschaden-camp im letzten Jahr (legendäre Abrissparty)
oder der 1 Woche- Partymarathon in der Fischerhütte zeigen. Videotechnisch
werden sie meist durch die Jungs von reply2all unterstützt.
Die Bassrausch Crew ist eine Formation, die sich zum Ziel gesetzt hat den Leuten
die verschiedenen Facetten des Drum and Bass näher zu bringen und dafür
zu begeistern. Bestehend aus 6 DJs, die sich unterschiedlichen Stilen des Drum
and Bass verschrieben haben, eint sie alle die Liebe zum Drum and Bass beziehungsweise
Breakbeat im Allgemeinen.
Bassrausch war ursprünglich eine Partyreihe aus der der Gedanke hervorgegangen
ist, diese Musikrichtung nicht nur lokal bekannter zu machen und für etwas
Abwechslung in der Partylandschaft zu sorgen. Obwohl der Jump Up, Jungle sowie
Techstep in den DJ-Sets überwiegen, sind die Stile der DJs so verschieden
wie auch der Drum and Bass vielfältig ist.
Mitglieder :
Matze: Organisation, Webmaster (Ilmenau)
Trauma TKR: DJ seit 1998, Grafik / Webmaster, Style: Techstep / Liquid (Jena)
Bassdard: DJ seit 1998, Style: Jump up / Jungle / Ragga Jungle (Bad Blankenburg)
Boogy: DJ seit 2003, Style: Jump up / Jungle (Potsdam)
Fjustank: DJ seit 2002, Style: Jump up / Hardstep (Bad Blankenburg)
Camillo: DJ seit 2002, Style : Hardstep / Liquid (Bad Blankenburg)
Lucky Soundbwoy: DJ seit 1997, Style: Jump up / Jungle / Breakz / Grime &
Dubstep (Saalfeld)
hOsHiSuN aka pull:oVer und soulrever aka pull:under machten im Zuge ihrer Partyjourneys,
viele Bekanntschaften mit DJs, Veranstaltern sowie der Crowd. Beeindruckt von
der Szene und der Musik, wandten sich die beiden Hermsdorfer im Herbst 2004 dem
Auflegen zu. Etwa ein Jahr dauerte es, bis sie ihre eigene Crew gründeten
und sich mit in die Riege der Thüringer DJ-Teams einreihen konnten.
Kurz darauf holten sie sich Verstärkung aus Weimar in Form eines jungen Künstlers
Ridley Scott, welcher das Duo mit seinen vielseitigen Talenten tatkräftig
unterstützt. Die drei Jungs ergänzen sich nicht nur in ihren Drum'n'Bass-Styles,
sondern teilen sich ebenfalls ihre Aufgaben bezüglich der Organisation.
In folgenden Locations konnte sich Pull:180 an den Plattentellern beweisen: Centrum;
Kunsthausbar, Predigerkeller, Radio F.R.E.I. (Erfurt), Stellwerk, Kasseturm, Monami
(Weimar), Julifest (Endschütz), Magoon Club (Hermsdorf), uvm.
Natty Dread und Vries, zwei Freaks aus dem verschlafenen und beschaulichen Örtchen
Bad Berka, deren Anfänge eher in der Electro & Techno Szene lagen, ehe
sie sich zum D&B bewegen ließen.
Sie beschäftigen sich nicht nur mit dem Auflegen, denn sie haben auch in
der Producer-Szene ein Wörtchen mitzureden. Wo sie nicht nur D&B sondern
auch Elektro und Techno produzieren. Mit ihren eher härteren Sounds haben
sie sich einen eigenen Style angelegt, der immer mehr die Geschmäcker anderer
zu sich zieht.
MC Azimut, DJ Gruffness, Serious und Desire zählen ebenfalls zu Mitgliedern
der Illegal Frequency Kru.