Drum'n'Bass
in Rhein-Neckar-Delta funktioniert weiter gut. Den Feierwilligen bietet sich eine
große Auswahl von Parties und eine über die Jahre gewachsene gute D&B-Infrastruktur.
Neben den etablierten Veranstaltern gibt es immer wieder neue Leute, die einen
Clubabend machen und frischen Wind in die Partylandschaft der Quadratestadt bringen.
So wurde im letzten Jahr die Szene kräftig durcheinadergewirbelt: neue Konzepte,
neue Locations, Untergang alter Feierorte und Partyreihen. All das als Folge einer
regelrechten Event-Flut. Trotz des unkämpften Marktes gibt es natürlich
Erfoglsstories ...
LSD = Liquid Sound Dynamics
Promoter 2005 im Rhein-Neckar Delta könnten die Jungs von Liquid
Sound Dynamics werden. Durch die Anzahl der Events (50 plus), die Suche nach
neuen und ungewöhnlichen Locations und der eigenen Bar zeigen in Person Pleasure,
Flaveone, Blicky die größte Aktivität hier im Raum.
"e:motion" erfreut sich bei den Oldschool-Heads nach wie vor großer
Beliebtheit: Beim "Sun Impact" im Juli 2004 rockte man in der Halle02
in Heidelberg mit Swan-E, Ellis Dee, Demus Jay; im Dezember waren die Brüder
Remarc und MC Eksman bei "X-Mas in the Jungle" zu Gast.
Der e:motion Ableger "Jungle Legends" featured, wie der Name schon vermuten
lässt, Jungle Dons, wie zuletzt Dr. S Gachet, Devious "Rudeboy"
Dee, MC Bassman.
Eine relativ neue Partyreihe der LSD-Crew ist Club Obsession: Im Herbst 2004
feierte man noch im Siebener Club u.a. mit Acts wie Rascal & Klone, MC Demus
Jay, MC Fever, Soulsurfer, Drunken Master, MC Shabba und MC J-Swif. Im Februar
2005 fand Club Obsession einen neuen Platz im 121 m hohen Mannheimer Fernmeldeturm.
John B brachte mit seiner Freak-Performance den top-besuchten Turm zum wanken.
DJane Wildchild und Trick & Treat werden im April ihr Turm-Debüt geben.
Im Mai: Noisia! LSD-Residents sind: Hustlin L und MC Sinista.
Am 18. März holte Liquid Sound Dynamics die legendäre Jungle Fever!
zurück nach Mannheim. Im MS Connexion (Kolbehalle und Club) spielten: Brockie,
Ron, Funky Flirt, A-Sides, Randall, Alley Cat, MC Det, Fatman D, Fats, IC3, Kasha,
Herbsman und und und… Die erwarteten Massen von Ravern blieben trotz des
Fever-Kults aus.
Auch besonders zu erwähnen ist die Schließung der Bumtschak
Bar (in der Alten Feuerwache) und die Eröffnung einer eigenen Bar namens
"Liquid Room" im Mannheimer Jungbusch: jeden Tag anderes musikalischen
Programm inkl. gemütlichem Shisha rauchen. Donnerstags rollen die liquiden
Drums und Bässen mit wechselnden DJs aus der Region.
Sofa Sessions im Lagerhaus
Die ebenfalls jeden Donnerstag stattfindenden "Switch Off" Sofa
Sessions der NSF-Crew im Lagerhaus (Industriestraße) wurden eingestellt.
Dafür führt DJ Freesteppa (Steppasoundz) die Sofa Sessions unter dem
Motto "Nice’n’easy" in relaxter Atmosphäre und sanften
Beats fort.
Freesteppas Dynamite
Club findet nach insgesamt 17 Events nicht mehr im Genesis, sondern ab April
2005 ebenfalls im Lagerhaus statt. Kick-Off war am 08.04. mit DJ Muffler, Royce,
Freesteppa, Rome und MC Dragoon.
Neben Party- und Labelaktivitäten ist DJ Freesteppa mit verantwortlich für
das neue kostenlose, englisch-sprachige DIN A6 Heft "DNB Magazine".
Inhalte: News, Features, Worldscenes Berichte, Top Tens, Technology Reviews, Graffitti.
Das DNB-Mag wird 6 Mal im Jahr erscheinen und in Szene-Läden der Metropolen
ausliegen.
Final Chapter, ludwiq, Kings of the Jungle
Am 10.09.2004 ging eine Ära in Mannheim zu Ende: Beim „Final Chapter“
schrieben Andy C, High Contrast, Tali, MC GQ und ungefähr 800 Party-Heads
das letzte Kapitel des Phaze Clubs. Checkt das Video.
Damit verschwanden jedoch nicht die Macher rund um Loo-P von der Bildfläche.
Er beendete seine DJ-Karriere, um sich zukünftig ganz seinem neuen Projekt
"ludwiq" zu widmen.
In ehemaligen Kinosälen der Walzmühle in Ludwigshafen wird den Gästen
ein Ambiente aus Lichtinstallationen, stilvollen Floors und massiver PA geboten.
Dabei ist besonders die in dieser Form noch nicht da gewesene digitale 360-Grad-Projektion
in der Scheinbar, dem kleineren zweiten Floor des Clubs, zu erwähnen. Dort
werden Unterwasserwelten, Landschaftsszenarien und Naturschauspiele, aber auch
die neuesten visuellen Trends der VJ-Szene präsentiert.
Die "Dogs on Acid-Night" eröffnete am 10.12.2004 die monatliche
D’n’B-Reihe "beatz’n’breakz" im ludwiq. Mit
neuem Konzept und Design rockten seitdem auserlesene Artists wie Pendulum, Friction,
Bailey, DJ Die, Optical und Doc Scott.
Forthcoming Dates 2005: DJ Hype, High Contrast & MC Dynamite (TBC), Goldie,
DJ Storm, Andy C & MC Skibadee, Grooverider, DJ Zinc & Loo.p (last Set).
Nach dem Kings of the Jungle-Weekender im April 2004 (Mannheim/ Bremen) entschieden
sich die Promoter die Kings im Herbst erstmalig nicht in Mannheim zu veranstalten.
Die Wahl fiel auf das Capitol in Hannover. Fazit: 2.000 begeisterte Junglists
feierten zusammen mit Zinc, Friction, Goldie, Grooverider, Aphrodite, MC Det,
MC Skibadee, MC Foxy, SP:MC und den deutschen Headliner Soulsurfer, Bass Tikal,
Rollin B, Chris Impulse, Rush Dee, Beatfreakz Crew, MTC Yaw, N.D., XL, MC Soultrain,
MC Stunnah , MC Temper…
Never change a winning team – und so findet Kings of the Jungle am 07. Mai
wieder im Capitol in Hannover statt. Aber zunächst macht der erste Teil dieses
„Double Impact“ eine Woche zuvor (30. April) Station im altbewährten
MS Connexion in Mannheim. Lineup: Adam F, Andy C, Future Prophecies live, Hype,
Zinc, Bad Company UK, Giana Brotherz, MTC Yaw, Misanthrop, Phace, MC Foxy, MC
Fatman D, MC IC3, MC Eksman, MC Dragoon, MC Soultrain, MC Sinista, etc.
Made in Germany, Vibration
Auch der lang erwartete zweite Teil von Deutschlands größtem Rave mit
ausschließlich nationalen Acts kehrte ins Connexion in Mannheim zurück.
Auf vier Floors gaben sich über 50 der bekanntesten DJ’s, MC’s
sowie Live Acts aus ganz Deutschland die Ehre, um den hoch qualitativen und vielfältigen
Standard von deutschem Drum’n’Bass zu zeigen. Nach dem großen
Erfolg der Made in Germany Part 1 und Ruf nach der Aufrechterhaltung einer Plattform
deutscher Artists stellten sich die Veranstalter wieder auf Pilger aus ganz Deutschland
ein. Die Massen blieben jedoch aus, ebenso die Erklärung, warum so wenige
(insbesondere Mannheimer) Junglists das deutsche Who-is-Who der D&B Szene
sehen wollten.
Am 26. November 2004 fand vorerst die letzte Party unter dem Kommando der Rawhill
Crew im Vibration in Forst/ Heidesee statt. DJ Die und MC Tali verpassten ihren
Flug und so rockte man mit Ray Keith und MC Foxy. Kultstatus „Vibration“
hin oder her – die umständliche und relativ lange Anfahrt nach Forst
halten einige vom Besuch des Vibrations ab. Gerade wenn man Mannheim-typisch die
Party um die Ecke haben kann.
Royal Rumble
Das Royal Rumble Team
verbucht nach wie vor Erfolge. Die "SAS Tag Team Night" und "Detonation",
die vor allem die Raver ansprechen, ziehen stetig viele Besucher an. Die „SAS
Tag Team Night“ ging nach dem Auftakt im November im Mannheimer Capitol
am 02.04.2005 in die zweite Runde. Gefeiert wurde diesmal mit Nicky Blackmarket,
JJ Frost, Profile, MC Skibadee, Shabba und Det. Neben eines heftigen Norton P1
Soundsystems beeindruckte auch die große Traverse auf der Bühne. Stimmungsmäßig
wurde die erste SAS Night nicht ganz erreicht.
Als "Ersatzparty" zur Kings of the Jungle 6 in Hannover am 02.10.2004
wurde "Detonation" ins Leben gerufen: Shimon, Brockie, Phantasy, Bad
Company UK, Jan Sirup, T-Break, The Ragga Twins, MC Juiceman, MC Riddla waren
eine gute Alternative für die daheim gebliebenen Heads. Das Detonation-Konzept
wurde beibehalten und fand seine Fortsetzung am 26.02.2005 in der Halle 02 (Heidelberg)
mit Bryan Gee, Ruffstuff, The Ragga Twins, Fatman D und Ellis Dee, Swan-E sowie
Five-O für die Oldskool-Liebhaber.
Bis September macht die Royal Rumble Crew erstmal eine kreative Pause mit Parties.
Thema Flyer: Die Royal Rumble Flyer sind im Rhein-Neckar-Delta im Moment die professionellst
wirkenden. Gutes Layout, hochwertiges Papier – so etwas hänge ich mir
doch gerne an die Wand! ;)
6 Jahre baesse.de, NSF, neue Veranstalter und die Suche nach frischen Locations
Auf eine Ära wurde am 01.04.2005 zurück geblickt: baesse.de feierte
den 6. Geburtstag mit Syncopix (Form Rec., Hospital) im Lagerhaus. Mit von der
Partie war auch die NSF-Crew, die mit ihren Events Soundforce und Krieg im Club
(Aushängeschild: Panacea) schon etliche Male die Massen zum Toben brachten.
Neue Veranstalter und Parties im Rhein-Neckar-Raum bringen frischen Wind: Audio
Injection ("Tsunami"), Back in Time, Curiosity, Passion (am 06. Mai
mit DJ SS, Influx UK, MC Fearless), Bass-Club im Miljöö, Demon’s
United Vibes (Full Cycle Night), Parties in der Villa Nachttanz (HD) und One-Offs
im Loft in Ludwigshafen. Nur wenige können große Erfolge verbuchen.
Denn (selbst in Mannheim) gibt es für so viele Events einfach zu wenige Konsumenten.
DJ Deen’s Vibez Club im Lagerhaus wurde auf Grund mangelnder Besucher eingestellt.
Und: Es gibt wenige neue und frische Locations in Mannheim. LSD hat es, wie oben
schon erwähnt, geschafft mit dem Fernmeldturm etwas „Neues“ am
Start zu haben. Gemunkelt wird, dass dieses Jahr noch eine weitere und unverbrauchte
Location den Junglists ein Wochenend-Zuhause zum Feiern bieten wird.
Das ludwiq in Ludwigshafen ist seit der Eröffnung im Dezember 2004 eine willkommene
Abwechslung und kann als einziger wirklicher Club in der Region bezeichnet werden.
Das Siebener hat es immer schwerer sich zu behaupten. Da brachten auch neue Toiletten
für die Ladies und eine Heizung nichts.
Drum'n'Bass in Heidelberg ...
Wer in Heidelberg auf die D&B-Piste gehen will, kann den Fight Club (jeden
2. Samstag im Monat) im Schwimmbad Club, Jan Sirup & Friends in der Halle
02 oder die Drum’n’Structures Events (Drum’n’Bass vs Techno
auf zwei Floors) ebenfalls in der Halle02 besuchen.
Die Fight Club Crew um die Bassline Generation feierte am Ostersonntag das Big
Easter Special. Zu Gast waren Nu:Tone, Shimon, die Ragga Twins, MC Five Alive,
E.Decay, Bassline Generation live, Tobi, Connecta, Funksta & RBF, MC Dragoon
und die weibliche MC Newcomerin Sabrination. Man tanzte bei bester Stimmung bis
zur in Heidelberg recht frühen Sperrstunde. Auf dem dritten Floor wurde der
Ragga- und Dancehall-Fraktion mit Senzi Sound, Azazel (Rawhill Camp) und Bass-Tone
coole Beats geboten. Die Party war ein Erfolg.
Einmal im Monat lädt Jan Sirup zu seinen Drum’n’Bass Events in
die wohl beste Dance-Location in Heidelberg: lockere Stimmung, gemischtes Publikum,
dickes Soundsystem und gemäßigte Preise. Eine schöne Alternative.
Nur wie lange noch? Gerüchten zu Folge soll die Halle02 noch dieses Jahr
nach schon länger anhaltender Spekulation nun endgültig abgerissen werden.
Schade!
... und Ludwigshafen
20 km von Heidelberg entfernt - auf der westlichen Seite des Rheins, in Ludwigshafen
- gibt es neben dem schon erwähnten ludwiq noch das Prive, in dem hin- und
wieder D&B Events stattfinden. Zuletzt mit DJ Friction und SP:MC, und am 4.
Mai mit DJ G-I-S (Intransigent Rec./ MZ), Royalty, MC Dragoon, etc.
Unregelmäßig finden im Loft Events statt: An den Weihnachtsfeiertagen
die traditionelle Happy-Party, die Easter Breakbeatz oder E.Decay B-Day Bash am
25. Mai.
Labels
In der Region ansässige Labels sind Steppasoundz, U3R. Das war dann
auch schon. Viele Rhein-Neckar Artists releasen auf UK Labels: Bassface Sascha,
u.a. mit einem Remix für Supply & Demand., Demon auf UK Apache’s
Label Nuttah Beatz UK und Producing-Maschine Royce auf Cartel.
Auf Freesteppas Label Steppasoundz erschien im August 2004 das 004er Release
mit den Tracks "Rollercoaster" und "Rush" (Muffler Remix)
vom Labelchef selbst in Zusammenarbeit mit Royce. Ende 2004 kam das fünfte
Release mit "Nervous" von Garon & Seen und "Assasin" von
den Burner Brothers in die Shops. Auf der 006, die im Sommer erscheinen wird,
gibt es dann "Candyman" von Noxious & Deadman und "Overrun"
von Heist.
E.Decays Label U3R veröffentliche endlich „Helpless“ mitsamt
Video, das in einem verlassenen Krankhaus in London gedreht wurde. Die Beteiligten
(Navigator, Ragga Twins, Daddy Freddy, Soultrain) mutierten für den Dreh
zu Insassen einer Klapsmühle.
Für kommende Releases wurden Tracks der up&coming Producer "n.phect
& diz:play" und "AJC" (beide aus Köln) gesigned. Release
Date noch unbekannt.
Plattenläden
Nach 10 Jahren wurde zum 01.01.2005 der Humpty Plattenladen in Heidelberg geschlossen.
(Den Turn-Headshop gibt es selber Adresse weiterhin.) Jan Sirup arbeitet jetzt
auch im Mannheimer Humpty, dass neben dem Delirium immer noch die beste Anlaufstelle
für Junglists in HD/MA/LU ist.
In beiden Läden findet man massig Flyer und z.b. das DIN A5 Subculture Heftchen
mit Infos zur Region und den Parties der nächsten Wochenenden.
Text: future-music.net (April 2005) Ihr habt Kommentare / Fragen? Diskutiert den Cityreport
im Future
Forum!