"Drum & Bass in the hidden place", so oder ähnlich läßt
sich die Situation in der Domstadt umschreiben. Wer hier den Fehler begeht, sich
allein an den Infos der Stadtmagazine zu orientieren, wird oft vergeblich nach
einem Breakbeat-Event suchen. Dennoch ist die Szene in Köln ebenso wie im
Umland gewachsen. Hinweise darauf geben die gut frequentierten Undergroundparties
und die gestiegenen Verkaufszahlen an Vinyl.
Was in Köln jedoch fehlt, ist die Existenz eines festen Clubs, der als Szenetreff
fungieren könnte. Eine vergleichbare Location wie die BOX in Frankfurt, ein
Ort an dem regelmäßig einmal in der Woche bis in die Morgenstunden
Resident und
Gast DJs aus Deutschland und UK hinter den Turntables agieren, gibt es gegenwärtig
nicht, vielleicht sollte ich hinzufügen: noch nicht. Es gibt meist kurzfristig
angekündigte Parties in der Größenordnung von ca. 150-400 Leuten
und einen höheren Durchschnittsalter des Publikums als es z.B. Mannheim hatte.
Die Zahl der Aktivsten unter den Junglists, Leute die selber auflegen oder gar
produzieren, ist im Vergleich dazu riesengroß. Den Recordshops kommt als
Anlaufstelle für News und Infos erhöhte Bedeutung zu. Hier muß
"GROOVE ATTACK" hervorhoben werden. Ein Laden, der nicht nur
die Rheinmetropole mit Vinyl versorgt, sondern als Vertrieb gleich einen guten
Teil der Republik mitbeliefert. Wer schriftliche Infos über die hiesige Szene
braucht, der sollte einen Blick in das im 2-Monats- Takt erscheinende Berliner
Fanzine "Easy" werfen.
Zu den DJs: Besonders erwähnenswert X-PLORER, ebenso wie Aki,
Bleed, den Ihr alle aus der FRONTPAGE kennt, Cheetah und Green
Man (beide zusammen "Junglegrowers"), sowie die Mekka Crew.
X-PLORER bedient samstäglich die Plattenteller in der Hallmackenreutherlounge und ist bei praktisch allen Kölner Breakbeat-Events dabei. In Kürze wird er auch mit seinem eigenem Label "Too Far Out" am Start sein.
Text: Wolfgang Rink (Juni 1996)
Der Text erschien in "Pressure" im Juni 1996 und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.